Caba de Gata von Eugen Ruge

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Caba de Gata von Eugen Ruge

Beitrag von reisefreudige » So 11. Mai 2014, 21:56

Nein, dieser Roman oder besser wäre vielleicht Novelle spielt nicht auf La Gomera, nicht auf den Kanaren. Wir werden nach Andalusien geführt und werden Zeuge einer Selbstfindung. Ich habe diese Geschichte heute als Hörbuch , gelesen von Ulrich Noethen,
gehört und ich bin fasziniert.

Ein Mann lässt alles hinter sich, seine Stadt, sein Land, sein bisheriges Leben. Mit nicht viel mehr als einer Hängematte und ein paar Schreibheften im Gepäck steigt er in einen Zug Richtung Süden. Der Zufall bringt in nach Andalusien, nach Cabo de Gata, einem Fischerdorf an der Mittelmeerküste. Die Landschaf öde, ein kalter Wind weht, es ist kein Ort zum bleiben. Und doch bleibt er als einsamer gast in der Pension einer alten Witwe. Das einzige Wesen, zu dem er Kontakt aufnimmt,ist eine Katze. Er beginnt zu begreifen, dass sie ihm etwas mitteilen will...

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Re: Caba de Gata von Eugen Ruge

Beitrag von reisefreudige » So 11. Mai 2014, 22:18

Eine Ergänzung zu Cabo de Gata:

Eugen Ruges neuer Roman ist ein Glanzstück novellistischer Prosa. Geschrieben in einem «Ton vollkommener Aufrichtigkeit» (Die Zeit), erzählt Cabo de Gata die Geschichte eines Mannes, der sein altes Leben hinter sich lässt, um in der kalten Einöde eines andalusischen Fischerortes zu sich zu finden. Die Versuchung ist groß, diese Geschichte eines befreienden Scheiterns als Selbstporträt des Autors zu lesen. Aber bei aller Ähnlichkeit zwischen Ruge und dem Ich des Romans – nicht umsonst lautet der erste Satz in Cabo de Gata: «Die Geschichte habe ich erfunden, um zu erzählen, wie es war.»


Auf den ersten Blick ist Cabo de Gata für den Neuankömmling eine schwer erträgliche Enttäuschung. Ein «Hauch von Afrika», «das letzte Paradies Europas»? Reiseführerprosa, was sonst. Dass diese karge Vulkanlandschaft einmal Kulisse legendärer Hollywoodfilme gewesen sein soll, überfordert seine Phantasie. Was Cabo de Gata ihm in den ersten Wochen zu bieten hat, sind Kälte, schneidender Wind, Müllhalden, schäbige Häuser, verkümmerte Palmen, zähnefletschende riesige Hunde, ein Sarg am Strand, Billard gegen sich selbst in der Dorfbar – ein Geisterort. «Noch nie hatte ich so gefroren wie hier im Süden.»

Er will wieder aufbrechen, weiterziehen,, Afrika ist nah, Gibraltar nur einen Katzensprung entfernt. Aber er bleibt. 123 Tage vergebliches Bemühen, einen Roman zu schreiben – oder zumindest einen Romananfang zu finden, der Bestand hat. Es bleibt beim Bemühen. Mucho trabajo, poco pescado – viel Arbeit, wenig Fisch. Aber mit der Zeit, mit der Gewöhnung an die banalen Rituale zwischen Frühstückskaffee und einsamen Billardpartien in der Bar, hellt sich seine Laune auf. Es gibt Schlimmeres als den «Witz der Verzweiflung».

Und dann taucht die Rotgetigerte auf: die Katze. Erst scheu und abweisend, dann neugierig und zunehmend anhänglich. Plötzlich ergibt der Name des Ortes einen faszinierend tieferen Sinn: Cabo de Gata, Kap der Katzen. Der Mann und die Katze, sie spielen das alte Spiel von Anziehung und Abstoßung. Bis die Distanz zwischen ihnen so weit geschwunden ist, dass seine Gefährtin mit den grünen Augen nachts an seiner Matratze wacht. Bis er die Katzenbotschaft versteht. Bis er weiß, was in seinem Leben falsch gelaufen ist. Bis die Zeit stillsteht und er sich frei fühlt, endlich frei für etwas, das den Namen Zukunft verdient.
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Eugen Ruge
Cabo de Gata
Rowohlt 208 S.

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Re: Caba de Gata von Eugen Ruge

Beitrag von reisefreudige » So 11. Mai 2014, 22:20

Entschuldigung, richtig ist natürlich Cabo de Gata.

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