Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

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roling
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Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von roling » Mi 24. Dez 2014, 00:52

Die Cuevas Blancos und die Casas de Cuevas Blancas liegen einsam auf einer Höhe von ca. 530 m am Rande einer Hochebene zwischen San Sebastian und Hermigua. Diese wird begrenzt durch den Barranco del Aguila und dem Barranco de Majona, der auch die südliche Grenze des Naturparks Majona bildet.

Erreichbar ist diese sehenswerte Landschaft nur über zwei bekannte Wanderwege, den Stangenpfad oder den Weg über die Casas de Jaragan. Neuerdings ist hier ein weiterer direkterer Weg von und nach San Sebastian beschrieben.

Die von Wind und Wasser geformten aber auch von Menschenhand erweiterten oder abgetrennten Höhlen befinden sich zum Teil in einem nach Süden abfallenden hellen Gesteinsband, zu dem sich im unteren Bereich auch noch rote Schichtbänder gesellen. Aus der Ferne wirkt das Schichtband wie durchlöchert.




Diese Höhlen dienten überwiegend als Unterstände für Tiere und Gerät.






Im vorderen, flacher abfallenden Bereich mit den vielen verfallenen Gebäuden befinden sich die größten Höhlen. Diese wurden offensichtlich, wie einige Hinterlassenschaften belegen, überwiegend zu Wohnzwecken genutzt. Ein Teil der Höhlen wurde dabei erweitert und in davor gebaute Häuser integriert.






Der bei früheren Besuchen an einigen Stellen vorgefundene „vergessenen Müll“ wurde zwischenzeitlich fast gänzlich aus dem Sichtbereich entfernt.

Es ist es äußerst spannend, sich in den alten Ruinenhäusern und in den Höhlen umzusehen. Eine alte steinerne Hausbank mit eingearbeiteter Waschgelegenheit vor einem Gebäude lädt zu einer Rast ein, mit Blick auf den Atlantik und die Nachbarinsel Teneriffa.












Ein Gebäude ist noch gut erhalten und wird wohl, wie ein Schloss an der Zugangstür zeigt, noch zeitweise genutzt.

Bei einem zweiten Gebäude ist der Türriegel mitsamt Schloss aufgebrochen. Ein Blick durch die offenstehende Tür zeigt die karge Einrichtung mit Bett, Tisch und Stühlen und lässt die Entbehrungen ahnen, die das Leben hier draußen wohl mit sich brachte.

Wie bei den verlassenen Gebäuden bei EL Magro sind auch hier begonnene, aber nicht mehr fertiggestellte Bauwerke zu sehen. Kam die Aufgabe der bis zuletzt betriebenen Weidewirtschaft schnell und überraschend?




Einige der Gesteinsformationen bilden Skulpturen, die bei phantasievoller Sichtweise an Tiere erinnern.




Bei unseren ersten Wanderungen zu den Cuevas Blancas bis 2004 haben wir immer Bewohner angetroffen wie auch weidende Tiere gesehen. Danach erschien das Gebiet immer verlassen.








Aus einem alten im Internet gefundenen Bericht ist ersichtlich, dass in den Jahren um 1920 hier und in dem Gebiet bis zum Jaragan bis zu 40 Personen, überwiegend als Hirten, gelebt haben sollen. Neben der hier vorrangig betriebenen Weidewirtschaft wurde auf der Hochebene aber auch Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Zudem wurde gejagt und fast täglich zum Angeln zur Playa Molino hinabgestiegen. (Der Pfad ist noch vorhanden, allerdings nach Querung des Grundes des Barranco de Majona nur sehr schwer zu finden, Begehung 2001).

Zum täglichen Leben gehörte auch das Herstellen von Fleischprodukten, Käse, Butter, Brot und sonstigem Gebäck, überwiegend für den Eigenbedarf aber auch zum Verkauf. Diese Waren mussten dabei aufwändig mit Eseln und Tragen überwiegend nach San Sebastian gebracht werden.

Zur Wasserversorgung sind im Bereich oberhalb der Gebäude zwei Zisternen vorhanden. Gespeist werden sie durch eine Quelle.




Gekappte Elektrokabel und eine Außenleuchte zeugen von einer Stromversorgung zumindest für einen Teil der Gebäude. Gewonnen wurde der Strom mittels einer kleinen Photovoltaikanlage, die zwischenzeitlich wieder entfernt wurde.

Oberhalb der Höhlen fällt beim Abstieg entlang des Schichtbandes eine gewaltige Mauer aus Natursteinen auf. Ein Aufstieg von den verlassenen Gebäuden in diesen Bereich zeigt hier eine künstlich geschaffene Ebene, die offensichtlich einmal bebaut werden sollte. Etwa ein Herrenhaus mit phantastischem Blick über die Ostküste?






Ein kurzes, im Dezember 2011 + 2014 aufgenommenes Video von diesem außergewöhnlichen Fleckchen Erde folgt in Kürze.
Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von kunibert » Mi 24. Dez 2014, 07:43

Äußerst interessant. Wir haben es bisher noch nie bis dort hin geschafft, sondern haben knapp vorher umgedreht. Vielleicht gelingt es uns diesmal. :achselzuck
Und der Ritter Kunibert
setzte sich verkehrt aufs Pferd
wollte er nach hinten sehn
braucht er sich nicht umzudrehn
Ja so warn´s, ja so warn´s die oiden Rittersleut....
:dalton

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von roling » Mi 24. Dez 2014, 10:53

Maria Herrera Rodriguez, die derzeitige Besitzerin des Gebietes berichtet in einem Video über die Geschichte der Landwirtschaft bei den Cuevas Blancas. Vielleicht könnte jemand die Aussagen zusammenfassen und hier als Ergänzung einstellen.

roling hat geschrieben:

Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von woga » Mi 24. Dez 2014, 16:19

Vielen Dank, Roling, für diese ausführliche Dokumentation! Das Video von Tagaragunche ermöglicht weitere Einblicke in das frühere Leben dort. Leider reicht mein Können nicht, um das gesprochenen Gomero-spanisch zu verstehen, aber auch so ist das Video ein Gewinn. Tagaragunche gebührt das Verdienst, viele Schätze der gomerischen Kultur gehoben und zugänglich gemacht zu haben.
Wo Du hinschaust, das wird mehr! Bild

Mafalda

Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von Mafalda » Do 25. Dez 2014, 11:33

Maria Herrera Rodriguez erzählt von dem Leben in den Casas de Cuevas Blancas. Viehzucht war der Haupteinkommenszweig in der Siedlung. Käseherstellung ein Haupterwebszweig. Bis zu 50kg davon wurden zum Verkauf von einer Person getragen. Das Leben war arbeitsreich und hart - aber auch gesünder als heute, sagt sie. Sie hat viele schöne Erinnerungen an ihre Familie: Eltern, Großeltern. Die Zeiten haben sich verändert: ein Leben wie seinerzeit ist nicht mehr vorstellbar. Traurig stimmt sie, daß das, was ihre Großeltern und Eltern aufgebaut haben, nun langsam verfällt und außer Erinnerungen nichts mehr von dem Erschaffenen bleibt.

Bei Suchen im Netz nach eventuellen weiteren Beiträgen zu den Casas de Cuevas Blancas traf ich auf den folgenden Artikel:
http://www.rinconesdelatlantico.es/num5 ... ntana.html
Ländliches Leben und Wohnen auf den Kanaren - Historische Veränderungen im Sozialraum.
Zum Übersetzen fehlt mir die Zeit. Doch vielleicht findet der eine oder die andere den Artikel ebenfalls interessant.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von roling » Fr 9. Jan 2015, 00:52

roling hat geschrieben:Einige der Gesteinsformationen bilden Skulpturen, die bei phantasievoller Sichtweise an Tiere erinnern.
Bei den vielfältigen Höhlen sind bei richtiger Blickrichtung und Sonneneinstrahlung (Licht- und Schattenspiel) mit etwas Phantasie einige Skulpturen, die Tieren, Menschen und Gesichtern ähneln, zu erkennen.
Ein Beispiel bietet die im Foto dargestellte Höhle mit mehreren Skulpturen.




Meine Phantasie sieht die folgenden Plastiken:




Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von roling » So 28. Feb 2016, 01:14

Ein kleines Video über die Casas de Cuevas Blancas und die Cuevas Blancas
Aufgenommen im Dezember 2014






Das Video ist in Youtube nicht als "öffentlich" eingestellt. Wir bitten daher diesen Link nicht zu teilen und nicht zu veröffentlichen oder weiterzugeben. Danke
Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von Aesculus » So 4. Sep 2016, 20:33

Im Oktober bin ich 14 Tage auf der Insel. Diesmal würde gerne die "Cuevas Blancas" in Angriff nehmen. Da es dorthin wohl mehrere Wege gibt, hätte ich gerne eine Information, welche der beste Weg ist mit Ausgangspunkt der Wanderung und ob man etwas bestimmtes beachten sollte.
Kann da jemand helfen?

Beim letzten Foren - Treffen am See wurde auch Geschichten von dem Weg erzählt. Darin tauchten immer wieder wilde Hunde auf, welche wegelagernd wohl Angst und Schrecken verbreiten sollen. Anzahl und Größe der Hunde wuchsen mit fortschreitendem Abend - "Groß wie ein Kalb, glaubs mir - bestimmt".
Daher hätte ich auch gern gewußt, ob es diese Hunde tatsächlich gibt und wie die Lage wohl einzuschätzen ist. Weiß da jemand etwas nüchternes?
Dazu sei gesagt, dass ich mit agressiven Hunden absolut nicht umgehen kann und noch viel weniger mit ihren Besitzern.
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von alisea » So 4. Sep 2016, 22:08

Hallo

Wir waren im Februar dort.

Keine hunde.
Zum Weg morgen gerne genaueres.
Wenn nicht jmd hier schneller ist. :mrgreen:
Andere können es bestimmt besser beschreiben.
Es müsste noch weitere threads geben.

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Re: Cuevas Blancas und die Casas de Cuevas Blancas

Beitrag von Zugvogel » Mo 5. Sep 2016, 12:38

Wir sind vor einigen Jahren über die Casas de Jaragan hingewandert.. Beim Aufstieg zu den Casas de J haben uns oben eine Meute Hunde bellend und geifernd erwartet.. Glücklicherweise war der Hirte in der Nähe und hat diese zurückgerufen...
Beim Rückweg hatten wir dieses Glück nicht... Kein Hirte in der Nähe aber viele große bedrohliche Hunde die uns auch mehr oder weniger aggressiv entgegen kamen.. Ich hab mir den Rucksack auf den Kopf gestellt um noch größer und bedrohlicher zu wirken und hatte zum Glück noch ein paar Wanderwürste von der Metzgerei im Valle dabei. Diese schmiss ich denen über die Köpfe während meine Süße sich den Abhang runter in Sicherheit gebracht hat. Den Hunden hats geschmeckt und ich bin ebenfalls den Abhang runter......

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