Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Orte auf La Gomera, die Euch etwas besonderes bedeuten: Schön, geheimnisvoll, abscheulich...
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Harzerkese
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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von Harzerkese » Mo 22. Jan 2018, 12:32

Kurz vor unserem jährlichen Urlaub auf La Gomera hatte ich seit längerer Zeit einmal wieder die Möglichkeit ein wenig im Forum zu stöbern. Den obigen Beitrag finde ich sehr informativ, jedoch möchte ich zu einigen Antworten eine kleine Anmerkung tätigen.

Preiswert, das ist eine Auslegungssache. Je nachdem worauf sich diese Aussage bezieht. In Bezug auf die Kosten je m³ Wasser für die Landwirtschaft ist dieses sicherlich richtig. Bei einem Preis für den Energieaufwand von etwa 25 Cent / kWh auf la Gomera und 2 - 3 kWh / m³ Wasser sind dies nur 50 – 75 Cent je m³. Dazu kommen natürlich noch die Kosten aus der Investition und den laufenden Aufwendungen.

Bezogen auf die erforderliche Menge für den Golfplatz sieht dieses jedoch ganz anders aus. Bei einem mittleren täglichen Verbrauch von 1500 m³ ergibt sich eine erforderliche Strommenge von etwa 3000 - 4500 kWh täglich (etwa 1000 € im Mittel, wobei sicherlich die Fa. Olsen einen satten Rabatt auf den offiziellen Strompreis erhält). Dies entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von einem Vierpersonenhaushalt in Deutschland. Und das jeden Tag mit erforderlicher Bewässerung für den Golfplatz!

Aber immer noch besser als die Nutzung des Wassers aus den Stauseen, das sicherlich dann an anderer Stelle für die Landwirtschaft fehlen würde.

Schön wäre es zudem wenn die erforderliche Energie für den Betrieb der Anlage aus regenerativen Quellen stammen würde und damit eine Entlastung des Kraftwerkes in San Sebastian einherginge. Evtl. sollte seitens der Inselregierung für energieintensive Betriebe / Anlagen bei der Genehmigung generell eine klimaneutrale Unterhaltung gefordert werden.

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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von Mirko » Mo 22. Jan 2018, 14:03

Bei einem Preis für den Energieaufwand von etwa 25 Cent / kWh auf la Gomera und 2 - 3 kWh / m³ Wasser sind dies nur 50 – 75 Cent je m³.
Strom auf La Gomera kostet unter 10 Cent / KWh.

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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von Hartmut » Mo 22. Jan 2018, 20:13

Richtig, die wahnsinnigen und den kleinen Mann belastenden Preise leisten sich neben Deutschland nur wenige Länder. Sicherlich ist es richtig das Olsen noch Rabatt erhält.

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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von Chupito » Mo 22. Jan 2018, 21:26

Mirko hat geschrieben:
Mo 22. Jan 2018, 14:03
Strom auf La Gomera kostet unter 10 Cent / KWh.
Echt? Wo? Ich hab hier ne Rechnung liegen, für 138kWh Monatsverbrauch 31,55 Euro - macht also 23ct/kWh. Sind zwar gut 10,- Euro Grundkosten mit drin, aber "unter 10 Cent / KWh" wär anders :achselzuck
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Harzerkese
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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von Harzerkese » Mi 24. Jan 2018, 12:02

Mirko hat geschrieben:
Mo 22. Jan 2018, 14:03
Strom auf La Gomera kostet unter 10 Cent / KWh.
Den Preis von 25 Cent/KWh habe ich aus einen Bericht über die Strompreise in der EU. Darin wird für Spanien einschließlich den Balearen und den Kanaren ein Durchschnittspreis von 25 Cent/KWh angegeben. Preise für Strom auf den kanarischen Inseln habe ich im Internet nicht gefunden.

Aber wenn der Preis auch niedriger ist, am Verbrauch ändert sich nichts. Ein täglicher Verbrauch in der Größenordnung vom Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie in Deutschland.

Der Preis ist gut für die Einheimischen. Aber bei einem so geringen Preis ist es auch kein Wunder, dass trotz der optimalen Wetterbedingungen nicht mehr in erneuerbare Energien investiert wird. Dies würde der Natur sicherlich guttun aber auch den Strompreis deutlich erhöhen.

Bei weiteren Preisnachlässen für die Betreiber energieintensiver Anlagen / Betriebe ist für diese der Umstieg sicherlich unrentabel.

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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von bine » Mi 24. Jan 2018, 13:21

Bei den Preisen für Einzellösungen, sprich Paneel auf's Dach und für den Eigenbedarf Solarstrom "machen",

zumindest teilweise, ist es mir absolut unverständlich,

das dies nicht schon verbreiteter ist auf der Insel... :achselzuck
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Re: Die Meerwasserentsalzungsanlage für den Golfplatz des Hotels Jardin Tecina

Beitrag von roling » Di 30. Jan 2018, 09:42

bine hat geschrieben:
Mi 24. Jan 2018, 13:21
Bei den Preisen für Einzellösungen, sprich Paneel auf's Dach und für den Eigenbedarf Solarstrom "machen",

zumindest teilweise, ist es mir absolut unverständlich,

das dies nicht schon verbreiteter ist auf der Insel...
Fast alle Solarpaneele zur Nutzung der Sonnenenergie, die wir auf La Gomera gesehen haben, waren Anlagen der Solarthermie, d. h. sie dienen der Erzeugung von Warmwasser. Paneele zur Photovoltaik (Stromerzeugung) sind tatsächlich relativ selten zu sehen.

Photovoltaik- Anlagen gibt es in zwei Ausführungen. Bei kostenintensiven Anlagen wird der im Haushalt nicht gebrauchte Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Die Anlage ist durch eine Fachfirma zu installieren und benötigt u. A. einen zusätzlichen Stromzähler für die Stromeinspeisung in das Stromnetz. Die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen ist stark abhängig vom Strompreis und einer evtl. Einspeisevergütung. Gibt es diese überhaupt auf La Gomera? Ohne ist bei dem Strompreis von 10 Cent/KWh eine Wirtschaftlichkeit und somit Amortisation der Anlage nicht zu erreichen.

Viel preiswerter sind Paneele, die zusammengesteckt werden können (max. 2 Stück) und direkt an eine Steckdose angeschlossen werden können. Die Leistung beträgt je nach Ausführung zwischen 150 und 600 Watt stündlich. Bei diesen Anlagen ist aber sicherzustellen, dass der Stromzähler bei überzähligem Stromanfall nicht rückwärts läuft. Daher ist er gegebenenfalls durch einen Zähler mit entsprechender Sperre auszutauschen. Die Kosten für diese Anlagen liegen etwa zwischen 500 und 1200 € (ohne Zähleraustausch). Hier stellt sich jedoch die Frage ob tagsüber bei Stromanfall aus der Anlage stündlich dieser Strom verbraucht wird. Bei großen Verbrauchern wie z. B. Elektroherden, Waschmaschinen usw. ist immer zusätzlicher Strom aus dem Netz erforderlich. Und abends ist ohne Zwischenspeicherung durch relativ teure Akkus ebenfalls Strom aus dem Netz erforderlich.

Also insgesamt gesehen keine leichte Entscheidung sofern man die Anlage legal betreiben will. Und natürlich sollte auch der Aspekt des Umweltschutzes hier berücksichtigt werden.
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