Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

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Buba
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Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von Buba » Mi 22. Aug 2012, 20:10

Am Samstag, dem 18. August 2012 gab es in der online-Ausgabe der Zeitung "La Opinion de Tenerife" ein Interview mit dem Bürgermeister des Valle Gran Rey Miguel Ángel Hernández zu lesen.


Ich habe versucht, den Text zu übersetzen.


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Miguel Ángel Hernández:
"Wir wussten, dass der Barranco des Valle Gran Rey ein Pulverfass war."


"Ich habe das Gefühl, dass wir es hier mit einem Feuer mit Ankündigung
zu tun hatten, und wir konnten es nicht stoppen", sagt der Bürgermeister des Valle Gran Rey.




Der Bürgermeister der Gemeinde Valle Gran Rey Miguel Ángel Hernández (geb. 1966 in Santa Cruz de Tenerife) versucht, das Leben mit Optimismus zu betrachten. Trotz des Brandes, der einen Teil des Valle Gran Rey verwüstet hat, glaubt er, dass es nun an der Zeit ist, die Ärmel hochzukrempeln, damit es bald wieder so aussieht wie vor dem Brand und wieder Touristen die Straßen füllen.

Was war im Valle Gran Rey los, dass es dort zu einem solch verheerendes Feuer kommen konnte?

Das Geschehene hat uns nicht unvorbereitet getroffen. Wir wussten, dass das Valle Gran Rey und speziell Guada [das obere Valle Gran Rey] ein Pulverfass und die Berghänge in den höheren Lagen für Brände anfällig waren, weil diese Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Es war uns klar, dass so etwas geschehen könnte.

Und hat man nichts tun können, um den Brand zu verhindern?

Wir hatten bereits einen Plan zur Wiederherstellung des Barrancos entworfen. Die Caña [das Schilfrohr] sollte entfernt und einheimische Pflanzenarten wie Weiden und Buchen neu angepflanzt werden. Außerdem sollte ein Plan gegen Waldbrände erarbeitet werden. Es wurde auch eine ganze Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Situation im Tal zu verbessern, aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass das Valle Gran Rey zwar den Status eines "parque rural" [ländlicher Park] besitzt, es dafür aber nie eine geschäftsführende Institution gab, so dass er nicht wirklich verwaltet wurde, weshalb nun diese Dinge passieren konnten.

Hatten Sie einen Schutzplan für den Barranco gefordert?

Wir hatten dem Cabildo gegenüber die Bitte um Maßnahmen zum Schutz der Palmen in Guadá vorgetragen. Auch hatten wir – gemeinsam mit dem Ayuntamiento de Vallehermoso - erste Schritte für einen kommunalen Notfallplan entwickelt und vom 20. bis 24. Juli eine Tagung zum Thema Brandverhütung organisiert. Wir hatten außerdem den Aufbau einer freiwilligen Feuerwehr initiiert, und das war eine Feuertaufe. Natürlich müssen wir jetzt feststellen, von der Wirklichkeit eingeholt worden zu sein.

Und das mit der Geschwindigkeit, mit der das Feuer ins Tal herunterkam.

Wir wussten, dass die Möglichkeit eines Übergreifens des Feuers bestand, und das bereitete uns ziemlich viel Angst. Bereits für die Nacht von Samstag auf Sonntag befürchteten wir ein Überspringen des Brandes ins Tal, und die Waldbrand-Brigaden von der Insel Gran Canaria und die Rettungskräfte der UME setzten ihre Bemühungen fort, das Feuer am Eingang des Barrancos aufzuhalten. Am Sonntag baten wir darum, Kontrollgänge durchzuführen, um den Boden des Geländes nach Glutnestern abzusuchenden. Aber das schien ziemlich gefährlich zu sein. Deshalb forderten wir den ganzen Tag Luftunterstützung an, um das Feuer aus dem Barranco herauszuhalten, was wir dann ja letztlich nicht schafften. In bestimmten Bereichen gab es zwar Unterstützung durch Hubschrauber, aber es gelang nicht, das Feuer zu löschen, und während der Nacht wurden die Wetterbedingungen für die Ausbreitung eines Brandes perfekt: intensive Hitze, viel heißer Wind und Temperaturschwankungen. Außerdem gab es mit den verlassenen Feldern und den nicht gepflegten Palmen viel brennbares Material im Barranco, und ein Feuer brach aus, wie das Valle Gran Rey bisher noch keines erlebt hatte.

Schlimmer als das Feuer von 1978?

Der Brand von 1978 war auch heftig, aber nicht so zerstörerisch wie dieser. Dieses Mal war es ein Art Explosion, eine Feuerzunge, die innerhalb von nur wenigen Minuten durch das gesamte obere Valle Gran Rey lief. Vielleicht ist es auf genau diese hohe Geschwindigkeit des Feuers zurückzuführen, dass letztlich relativ wenige Häuser ernstlich beschädigt wurden. Eine gute Nachricht und wirklich beeindruckend ist, dass es keine Verletzten gab.

Wie haben Sie die Nacht des Brandes erlebt ?

Ich hatte seit Tagen nicht mehr geschlafen, weil ich dauernd den Verlauf des Feuers in Las Hayas verfolgte. Die letzte Nacht verbrachte ich mit den freiwilligen Feuerwehrleuten in der Ermita de San Antonio. Ich stand sehr unter Stress, versuchte aber, Ruhe zu bewahren, verspürte allerdings ein großes Unbehagen. Ich hatte das Gefühl, den Ablauf eines angekündigten Feuers zu erleben, das einfach nicht aufzuhalten war. Als der Brand dann schließlich begann, in den Barranco hinabzusteigen, war es mit nichts mehr zu stoppen, mit keiner Art von Einsatzmaterial.

Von Anfang an ergaben sich mit der Evakuierung von Touristen signifikante Verluste im Tourismus. Wie stellt sich die Situation aktuell dar?

Ganz offensichtlich ist der Tourismus durch den Brand beeinträchtigt worden, und dieses nicht nur im Valle Gran Rey, sondern auf der gesamten Insel La Gomera. Unsere Gemeinde wurde ja von dem Brand in besonders starkem Maße betroffen, und die durch das Feuer bewirkte Angst und das Bedürfnis nach Sicherheit bewirkten viele Stornierungen. Wir und die Insel im allgemeinen stehen vor einer großen Herausforderung, denn unsere Art des Tourismus beruht hauptsächlich auf dem Ökotourismus, und wir werden sehen müssen, inwieweit wir das Image des Valle Gran Rey auf den Märkten wiederherstellen können, sowohl auf den Kanarischen Inseln als auch in Deutschland, von wo unsere Gäste hauptsächlich kommen.

Könnte der Tourismus wiederbelebt werden, indem jene Touristen, die jedes Jahr auf die Insel La Gomera kommen, Botschafter für die Gewinnung von neuen Besuchern sein können?

Unsere Art von Tourismus, der ökologische Werte vertritt, kann sich als besonders stark erweisen, denn diese Touristen sehen Solidarität als Wert an, und wir glauben, dass wir es mit einer gut gemachten Werbekampagne schaffen können, viele Touristen, die immer ins Valle Gran Rey gekommen sind, zu aktivieren. Auch die Bewohner der Kanarischen Inseln sind eingeladen, ihre Solidarität zu zeigen, indem sie auf unsere Insel kommen.

Welche Hilfen wird es seitens des Ayuntamiento für die Betroffenen geben?

Wir haben - gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden - eine Reihe von steuerlichen Maßnahmen beantragt. Wir haben eine Datensammlung mit den beschädigten Häusern und ihren jeweiligen Charakteristika und andere Erhebungen für die Ermittlung der erlittenen Schäden in den Bereichen Landwirtschaft und Viehzucht erstellt, um es den Bewohnern zu ermöglichen, Anträge auf Hilfen seitens der Kanarischen Inseln und seitens des Staates zu stellen.

Ein positiver Aspekt des Geschehenen liegt sicherlich in der Solidarität, welche den Bewohnern der Insel La Gomera entgegengebracht wird.

Wir arbeiten daran, dass die erlebte Solidarität nicht nur eine punktuelle Erfahrung bleibt. Wichtig ist, dass die Solidarität anhält, und da sind wir sehr optimistisch. Ich glaube daran, dass aus der Asche neues Grün entstehen wird und möchte den Dichter Pedro García Cabrera zitieren, der in einem populären Lied sagt:

Ich ging zum Meer, um Orangen zu finden
eine Sache, die das Meer nicht hat
Ich streckte die Hand in das Wasser
die Hoffnung ließ es mich tun


Wir können mit der Hand in die Asche greifen und Orangen suchen. Es mag ja utopisch erscheinen, aber ich glaube, dass sich uns tatsächlich die Chance bietet, eine partizipativere und solidarischere Gesellschaft zu formen, dass wir es schaffen können, den Barranco de Valle Gran Rey ökologisch wiederherzustellen, indem wir die Caña eliminieren und Platz machen für eine heimische Vegetation.

Als besonderes Problem hat das Valle Gran Rey die Erfahrung machen müssen, plötzlich über Straßen nicht mehr erreichbar zu sein. Gibt es irgendeine Möglichkeit, mehr Zugangswege zu schaffen?

Auf dem Landweg ist dies sehr schwierig. Durch den Brand wurde deutlich, dass das Valle Gran Rey eine Anbindung auf dem Seeweg benötigt und wie gut die Schiffe von Fred Olsen wie auch jene der Armas in unserem Hafen operieren konnten. Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, denn in Notfallsituationen wie dieser, die zwar selten sind, die es aber gibt, ist es für das Valle Gran Rey lebenswichtig, auf eine maritime Linie zählen zu können.

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Quelle: La Opinion de Tenerife - ALBERTO CASTILLO

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von nemo » Mi 22. Aug 2012, 20:58

Buba, vielen Dank für die Übersetzung dieses interessanten Artikels!
Nemo
:nemo

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von bine » Mi 22. Aug 2012, 21:17

:blumen Danke Buba!
Wenn du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen.
Cicero

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von ulandra » Mi 22. Aug 2012, 22:24

Danke, liebe Bubas, für die viele Mühe, die Ihr Euch gebt, wirklich ein sehr interessanter und optimistisch stimmender Artikel! :hut :blume
Alles beginnt und alles endet...
...zur richtigen Zeit
...am richtigen Ort
Aus dem Film "Picnic at Hanging Rock" von Peter Weir

http://esel-initiative.de/info.html

Mafalda

Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von Mafalda » Mi 22. Aug 2012, 22:33

Buba hat geschrieben:Ich ging zum Meer, um Orangen zu finden
eine Sache, die das Meer nicht hat
Ich streckte die Hand in das Wasser
die Hoffnung ließ es mich tun
Al mar fue por naranjas ...
Buba hat geschrieben:Auch hatten wir – gemeinsam mit dem Ayuntamiento de Vallehermoso - erste Schritte für einen kommunalen Notfallplan entwickelt und vom 20. bis 24. Juli eine Tagung zum Thema Brandverhütung organisiert. Wir hatten außerdem den Aufbau einer freiwilligen Feuerwehr initiiert, und das war eine Feuertaufe.
Das hat möglicherweise - bei allen Differenzen um Verantwortlichkeiten und Vorgehensweisen - im aktuellen Geschehen bereits gefruchtet.

:huhu Danke Buba für´s übersetzen. :knuffel

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von Sabine/Guido » Do 23. Aug 2012, 09:54

:muetze Vielen Dank Buba für die Übersetzung des Artikels! :ja

Mich stimmt das Lesen eher wütend als hoffnungsvoll. :achselzuck

....und wenn die Touristen so wichtig sind für La Gomera und besonders für das Valle Gran Rey, kann ich nicht verstehen, daß man 1 Jahr lang nicht in der Lage ist, die Sache mit dem Handyempfang in der Touristenzone zu regeln. :kopfschuettel

Zitat: (Ich bekomm es anders nicht hin!)
Und das mit der Geschwindigkeit, mit der das Feuer ins Tal herunterkam.

Wir wussten, dass die Möglichkeit eines Übergreifens des Feuers bestand, und das bereitete uns ziemlich viel Angst. Bereits für die Nacht von Samstag auf Sonntag befürchteten wir ein Überspringen des Brandes ins Tal, und die Waldbrand-Brigaden von der Insel Gran Canaria und die Rettungskräfte der UME setzten ihre Bemühungen fort, das Feuer am Eingang des Barrancos aufzuhalten. Am Sonntag baten wir darum, Kontrollgänge durchzuführen, um den Boden des Geländes nach Glutnestern abzusuchenden. Aber das schien ziemlich gefährlich zu sein. Deshalb forderten wir den ganzen Tag Luftunterstützung an, um das Feuer aus dem Barranco herauszuhalten, was wir dann ja letztlich nicht schafften. In bestimmten Bereichen gab es zwar Unterstützung durch Hubschrauber, aber es gelang nicht, das Feuer zu löschen, und während der Nacht wurden die Wetterbedingungen für die Ausbreitung eines Brandes perfekt: intensive Hitze, viel heißer Wind und Temperaturschwankungen. Außerdem gab es mit den verlassenen Feldern und den nicht gepflegten Palmen viel brennbares Material im Barranco, und ein Feuer brach aus, wie das Valle Gran Rey bisher noch keines erlebt hatte.[/quote]

Ich schreib es noch einmal, weil es mich schlicht und ergreifend entsetzt hat, auch auf die Gefahr hin, daß man mich in diesem Forum wegen meiner Meinung sperrt.
Ich kann es nicht verstehen, daß man in den 2 Tagen noch weiter hat Touristen ins Valle einreisen lassen, anstatt diese zu evakuieren, ist für mich in keinster Weise nachzuvollziehen. :achselzuck
Wenn das allerdings so zu sehen ist:
Nochmal ein Zitat:
Von Anfang an ergaben sich mit der Evakuierung von Touristen signifikante Verluste im Tourismus.[/quote]
Ich hätte mit einer rechtzeitigen Evakuierung Sicherheit verspürt und ich hätte mich, wenn ich vorort gewesen wäre, gut aufgehoben gefühlt. So bin ich nur entsetzt. :achselzuck

Seit 2004 kommen wir jährlich für 2 Wochen nach Gomera und haben in dieser Zeit dort viele liebe und interessante Menschen kennen gelernt und die Insel in unser Herz geschlossen, aber, wenn ich jetzt ständig lese, welche große Rolle der Tourismus für die Insel spielt, frage ich mich, warum bietet man dem Touristen zum Teil derart schlecht gewartete Mietwagen an. Was wir da schon alles erlebt haben..... :kopfschuettel :roll1
Zufrieden waren wir nur mit dem Mietwagen, der über dieses Forum gemietet war, ansonsten kam es immer wieder zu Reklamationen wegen z. B. total abgefahrener und seltsam geflickter Reifen, Slicks sind nichts dagegen.

Trotzdem, glaube ich, wird der Tourismus weiter auf Gomera funktionieren, da Gomera-Urlauber halt "besondere" Menschen sind.
Jedoch ist für Gomera die Natur das höchste Gut, die es zu schützen gilt.

Warum den Brandstiftern der vergangenen Jahren nicht viel passiert ist-für mich ein Rätsel.
Da gibt es viel Gerede, da gibt es Clans, da gibt es Brand-nichts passierte.

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von Lee » Do 23. Aug 2012, 11:40

Sabine/Guido hat geschrieben:Ich kann es nicht verstehen, daß man in den 2 Tagen noch weiter hat Touristen ins Valle einreisen lassen...
Das kann man schon hinterfragen.
Todas las islas pequeñas son bonitas y mágicas!

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von lenamar » Do 23. Aug 2012, 13:11

Buba hat geschrieben: Das Geschehene hat uns nicht unvorbereitet getroffen. Wir wussten, dass das Valle Gran Rey und speziell Guada [das obere Valle Gran Rey] ein Pulverfass und die Berghänge in den höheren Lagen für Brände anfällig waren, weil diese Flächen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Es war uns klar, dass so etwas geschehen könnte.

Und hat man nichts tun können, um den Brand zu verhindern?
aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass das Valle Gran Rey zwar den Status eines "parque rural" [ländlicher Park] besitzt, es dafür aber nie eine geschäftsführende Institution gab, so dass er nicht wirklich verwaltet wurde, weshalb nun diese Dinge passieren konnten.


. Außerdem gab es mit den verlassenen Feldern und den nicht gepflegten Palmen viel brennbares Material im Barranco, und ein Feuer brach aus, wie das Valle Gran Rey bisher noch keines erlebt hatte.
Tja, ich frage mich schon auch:

Es ist ja nicht so überraschend, daß es bei Hitzephasen leicht brennen kann, offenbar gibt es ja sogar Vorerfahrungen mit Bränden im Valle.
Zudem klagte man ja schon im Februar über Dürre und unzureichende Regenfälle.
Wären da nicht spätestens zu Beginn des Sommers ein paar präventive Maßnahmen denkbar gewesen, mindestens im landschaftsgärtnerischen Bereich?
Mal ganz abgesehen von grundsätzlichen Maßnahmen wie Feuerwehr, Löschgerät, Notfallplanungen?

lg lenamar

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von kiwi » Do 23. Aug 2012, 17:48

Lee hat geschrieben:
Sabine/Guido hat geschrieben:Ich kann es nicht verstehen, daß man in den 2 Tagen noch weiter hat Touristen ins Valle einreisen lassen...
Das kann man schon hinterfragen.
Das stimmt, das kann man.
Aber: Zugegebenermassen mit sehr, sehr gemischten Gefuehlen und unter den unglaeubigen Augen der Frau bei Naviera Armas kaufte ich am Montag nach dem Brand mein Faehrenticket.
Und kann jetzt bestaetigen, dass ich es keinen Moment bereut habe. Klar, ging mir auch im Kopf herum, dass ich moeglicherweise eher eine Belastung als etwas Positives fuer die Leute hier werden koennte.
Aber es ist ganz eindeutig so, dass die Insel diese Zeichen braucht. Wir kommen! Denn es ist deutlich spuerbar, dass die Leute hier ziemlich Angst haben, dass die Touristen wegbleiben koennten. Das waere dann die zweite Katastrophe.
Ich schreibe von meinem Zimmer aus, schaue hinaus aufs Meer und fuehle mich gut aufgehoben. Hat man erst einmal den Schock ueber den Anblick des verbrannten Barrancos verarbeitet, beginnt man all das zu sehen, was wieder in eine positive Richtung geht.
Und als Tourist ist man nicht mehr eingeschraenkt in den vielen Moeglichkeiten, die die Insel bietet.

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Re: Wir wussten, dass das Valle Gran Rey ein Pulverfass war

Beitrag von Sabine/Guido » Do 23. Aug 2012, 18:15

Ich denke nicht, daß es wegen der Belastung der Menschen dort ist, ich meine, man hätte die Touristen und auch die Bevölkerung besser schützen müssen zu dem damaligen Zeitpunkt.

Was zum jetzigen Zeitpunkt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Natürlich ist es schrecklich, wenn der Tourismus einbricht, dadurch ist auch niemandem geholfen.

Gibt es eigentlich Informationen dazu, wer das Olsen-Schiff und die Armas-Fähre nach San Sebastian geordert hatte? Ich kann mich an keinen Artikel erinnern, woraus hervor geht, wer für deren Ankunft verantwortlich war.
Ich hatte nur irgendwo gelesen, daß das Olsenschiff plötzlich in San Sebastian gesichtet wurde und man sich wunderte, warum in San Sebastian und nicht direkt im Valle.

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