Portugiesische Galeere

Stichwortweise Inselwissen - La Gomera von A bis Z. Wird ständig erweitert!
Wild West

Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Wild West » Di 26. Apr 2011, 14:05

Verletzungen und Erste Hilfe

"Durch den Kontakt mit den Nesselzellen der langen Fangarme bilden sich charakteristische Wundmale, ähnlich denen einer Peitsche. Durch das Gift kommt es neben den Hautirritationen und brennenden Schmerzen an den betroffenen Stellen unter Umständen auch zu Atemstillstand, Muskelkrämpfen, Durchblutungsstörungen und daraufhin zu Nekrosen, Nierenversagen, Herzsuffizienzen, Arrhythmie oder gar Herzversagen.
Man sollte sich nicht dem Irrglaube hingeben die Kontaktstellen mit Sand, Mehl oder anderen Pulvern abzurubbeln, mit Alkohol oder Essig abzuwaschen, da die mechanische und/oder chemische Reizung zum Abfeuern verbliebener Nematocysten führt und damit die Wirkung noch verstärkt.
Schmerzlinderung verschaffen lokale Betäubungsmittel und Eispackungen. Eventuell verbliebene Nesselfäden sollte man mit ausreichend Salzwasser, kein Süßwasser, abspülen.
Da das Gift unter Umständen eine allergische Reaktion hervorrufen kann, sollte man in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen."

Quelle: http://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/149.htm

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Re: Portugiesische Galeere

Beitrag von Fritzlore » Di 26. Apr 2011, 17:30

Ich bin bisher auch immer arglos schwimmen gegangen. Letzten November lag so ein Vieh an der Playa de la Caleta.
Ich hielt es für einen blauen Müllsack und da ich so einen anerzogenen Mülleinsammeltrieb habe wollte ich das Ding grade aufheben, als mich eine junge
Frau davor warnte. Seither gehe ich immer mit einme ziemlich mulmigen Gefühl ins Wasser. Und deutlich seltener!

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Re: Portugiesische Galeere

Beitrag von woga » Di 26. Apr 2011, 19:14

Auch an der Playa del Medio tummeln sie sich (März 2011):

Wenn man darum weiß, sind sie besser auszumachen, als Feuerquallen, die vollständig unter Wasser schwimmen.


Kurz nachdem diese hier an den Stand gespült wurde und von einer Gruppe Touristen (uns einschließlich) respektvoll begutachtet wurde, kam ein Gomero, der eine ganze Strecke weiter weg am Strand lag, sagte: "Agua viva" (so heißt sie dort), nahm einen Stock und balancierte sie in die hinterste Ecke des Strandes. Sehr aufmerksam! :hut

Wir können davon lernen! Das Meer ist nicht gefährlich; nur wir sind zu dumm und unvorsichtig geworden in unserer umzäunten und betonierten Welt. Grapschen überall zu und denken erst später.

Seit 11 Jahren kommen wir regelmäßig ein bis mehrfach im Jahr nach la Gomera. Dies ist das erste Mal, dass wir eine portugiesische Galeere live gesehen haben - und dann gleich fünf Stück auf einmal, nachdem wir, aufmerksam geworden, das Meer abgesucht haben. Sie kommen offensichtlich nicht jeden Tag, aber wenn, dann ist für den Tag Badepause das Sicherste. Wie auch immer, ist es eine gute Regel, eine halbe Stunde das Meer zu beobachten, bevor man sich in die Fluten stürzt. Das schützt nicht vor Allem, aber lehrt Aufmerksamkeit - und die braucht es am Meer nun eben.
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Re: Portugiesische Galeere

Beitrag von Lee » Di 26. Apr 2011, 22:23

Unsicher machen mich auch die unterschiedlichen Angaben über ihre Tentakellängen. Soll man schon, wenn man in etwa 100 Meter Entfernung den Schwimm/Segelkörper sieht, lieber das Wasser verlassen? Dazu kommt das Problem Entfernungen auf dem Wasser abzuschätzen - das ist, finde ich, unheimlich schwer. Und schon bei leichtem Wellengang kann sich die Galeere im Schatten des Wellenkamms annähern ohne das man es bemerkt. :roll1

Wahrscheinlich heißt es wirklich badefeien Tag machen, wenn man nur eine Galeere sichtet. :menno
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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Marikels » Mi 27. Apr 2011, 21:39

La rana hat geschrieben:Ich denke eher nicht, da bei der Autopsie ja die "Verbrennungen" bemerkt werden. Der Playa del Inglés ist einfach lebensgefährlich, auch wenn es immer wieder verharmlost wird. Es hängt eine Rote Flagge, kaum jemand respektiert das.
wurden denn alle Opfer autopsiert?? Eins ganz sicher nicht...und die Rote Flagge hängt wohl auch nicht IMMER

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von La rana » Do 28. Apr 2011, 00:19

Marikels hat geschrieben: wurden denn alle Opfer autopsiert??
Bei jedem Todesfall kommt der Gerichtsmediziner und der Richter bevor das Opfer zur Autopsie gebracht wird. Bei jedem Unfall wird eine Autopsie durchgeführt um die Todesursache festzustellen.
¡¡¡Pa´delante!!

Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiss, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach lächelt

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Marikels » Do 28. Apr 2011, 13:36

La rana hat geschrieben:
Marikels hat geschrieben: wurden denn alle Opfer autopsiert??
Bei jedem Todesfall kommt der Gerichtsmediziner und der Richter bevor das Opfer zur Autopsie gebracht wird. Bei jedem Unfall wird eine Autopsie durchgeführt um die Todesursache festzustellen.
Es sei denn der Gerichtsmediziner hält eine Autopsie nicht für nötig..

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von karin.und.mike » So 1. Mai 2011, 00:07

Wild West hat geschrieben: Verletzungen und Erste Hilfe

"Durch den Kontakt mit den Nesselzellen der langen Fangarme bilden sich charakteristische Wundmale, ähnlich denen einer Peitsche. Durch das Gift kommt es neben den Hautirritationen und brennenden Schmerzen an den betroffenen Stellen unter Umständen auch zu Atemstillstand, Muskelkrämpfen, Durchblutungsstörungen und daraufhin zu Nekrosen, Nierenversagen, Herzsuffizienzen, Arrhythmie oder gar Herzversagen.
Man sollte sich nicht dem Irrglaube hingeben die Kontaktstellen mit Sand, Mehl oder anderen Pulvern abzurubbeln, mit Alkohol oder Essig abzuwaschen, da die mechanische und/oder chemische Reizung zum Abfeuern verbliebener Nematocysten führt und damit die Wirkung noch verstärkt.
Schmerzlinderung verschaffen lokale Betäubungsmittel und Eispackungen. Eventuell verbliebene Nesselfäden sollte man mit ausreichend Salzwasser, kein Süßwasser, abspülen.
Da das Gift unter Umständen eine allergische Reaktion hervorrufen kann, sollte man in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen."

Quelle: http://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/149.htm


Das Einzige, was wirklich gegen diesen Quallenkontakt hilft, ist Essig oder noch besser Eigenurin, habe mit diesen Quallen jaehrlich Kontakt, da ich nahezu taeglich schwimmen gehe und diese Biester regelrecht auf mich warten............

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Edgar » Mo 2. Mai 2011, 13:42

karin.und.mike hat geschrieben:Das Einzige, was wirklich gegen diesen Quallenkontakt hilft, ist Essig oder noch besser Eigenurin, habe mit diesen Quallen jaehrlich Kontakt, da ich nahezu taeglich schwimmen gehe und diese Biester regelrecht auf mich warten............
Meint ihr wirklich die "Portugiesische Galeere" (also das blaue aufgepumpte "Plastiktüte", wie hier auf den Fotos im Thread ??).

Ich frag nur, weil ich wo gelesen hatte, daß bei dieser Art eben Essig eher kontraproduktiv sein soll, und weitere chemische Reaktionen bewirkt... - sprich bei Portugiesischer Galeere explizit von dieser Methode abgeraten wird... - sondern eben die von "Wild West" gepostete Methode zur Anwendung kommen soll (Sand; Salzwasser).

Vielleicht ist ja euer Tip hilfreich - aber vielleicht eben auch genau verkehrt, falls er sich auf eine andere Quallenart bezieht... ???


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