Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Di 30. Jan 2018, 00:49

Don Uvo hat geschrieben:
Mo 29. Jan 2018, 18:28
Also...
Bin heute nicht losgefahren:
Böse Wolken im Norden und Unwohlsein im Bauch..
Bewahre mir das für Ende der Woche auf, dann vielleicht besser ab Garafia.
LG Don Uvo
Das war bestimmt die bessere Entscheidung. Es hat heute auch wieder auf der Strecke geregnet und es war kalt und windig.

Viel Glück fürs Wochenende! :daumen
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von sido » Di 30. Jan 2018, 19:36

Tolle Eindrücke von dem Abstieg von Roque Faro nach El Tablado, vor allem von dem herrlich verwachsenen oberen Teil und danach den Einblicken in den Barranco de los Hombres.
IMG_3658.jpg
Hier hatte ich nach der ersten Rast eine Weile nach der Fortsetzung gesucht, denn der richtige Weg war so verwachsen, dass ich ihn zunächst nicht als Weg anerkannte - aber ich fand nichts anderes.

Eine indiskrete Frage: Gehört zu dem roten Rucksack ein kanadischer Hut. Ich selbst laufe seit etwa drei Jahren mit einem ähnlichen Stück - nur etwas andere Farbe - auf dem Kopf herum!
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Di 30. Jan 2018, 21:23

sido hat geschrieben:
Di 30. Jan 2018, 19:36
Eine indiskrete Frage: Gehört zu dem roten Rucksack ein kanadischer Hut. Ich selbst laufe seit etwa drei Jahren mit einem ähnlichen Stück - nur etwas andere Farbe - auf dem Kopf herum!
Nein, sido, das ist Nancys La Gomera-Strohhut, den sie im Valle Gran Rey gekauft hat - der sieht ein wenig Westernmäßig aus, daher vielleicht deine Assoziation. Der Hut ist jetzt schon über 10 Jahre alt und hat schon einige Inseln bereist, ist aber immer noch in prächtigem Zustand. Gute Qualität!
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Hartmut » Di 30. Jan 2018, 22:29

Wunderschön! :blumen

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von alisea » Di 30. Jan 2018, 23:32

Echt tolle Bilder ,Lee!

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von bine » Mi 31. Jan 2018, 11:41

:knuffel Eine tolle Tourenbeschreibung :blumen
voller wirklich famoser Bilder! :hut

Du lockst uns mit aller Macht La Palma zu besuchen. :ja
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von sido » Mi 31. Jan 2018, 19:48

Lee hat geschrieben:
Di 30. Jan 2018, 21:23
... La Gomera-Strohhut, ...
Hätte ich nicht gedacht. Optisch ähnelt er meinem Baumwollhut der kanadischen Firma Tilley, den ich mir vor gut drei Jahren zugelegt habe. Bei heftigem Wind - auf meiner Wanderung im Raum Alojera Juni 2017 - hat er sich bewährt, nachdem ich den Sturmriemen fest angezogen und die Krempe hochgeklappt hatte. Auch Regen hält er einiges aus - aber gegen Ende einer gut vierstündigem Wanderung in den Alpen durch Dauerregen fing er doch allmählich an, durchzunässen.
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Do 1. Feb 2018, 00:23

Nachdem man das Dorf El Tablado einmal von oben nach unten durchwandert hat und den GR 130 erreicht hat, biegt man hier rechts ab und erreicht nach ein paar Minuten den Rand des Barranco de los Hombres. Der Camino de la Costa führt nun auf seiner alten Steinpflasterung direkt in die gewaltige Schlucht hinein und bietet großartige Ausblicke über die Steilküste bis zur Nordostspitze, der Punta Gaviota, hinter der sich die sehr schönen Meeresschwimmbecken von Barlovento verbergen. Außerdem erblickt man das nächste Etappenziel, die Landzunge der La Fajana de Franceses, die nördlich an den Mündungsbereich des Barranco de los Hombres anschließt.

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Dann wendet sich der Camino der Innenseite des Barrancos zu und verläuft direkt durch die steile Flanke der Schlucht. Nun kann man auch den weiteren, sehr reizvollen Verlauf des Wanderweges überschauen und erblickt die Terrassen des Weilers La Fajana auf denen hauptsächlich Bananen angebaut werden. Außerdem sticht die Straße, die von Franceses herunterkommt ins Auge. Dieses schmale Sträßlein, dass in atemberaubender Wegführung durch die Steilwände des Barrancos verläuft, gehört zu den eindrücklichsten Fahrerlebnissen der Kleinen Kanaren. Es sollten sich allerdings nur einigermaßen nervenstarke, kanaren-erprobte Autofahrer auf dieses Abenteuer einlassen - und man sollte an den schmalsten Passagen, falls (seltener) Gegenverkehr kommt, auch in der Lage sein, etwas rückwärts zu fahren mit dem Abgrund neben sich. Eine gewisse Schwindelfreiheit ist auch von Vorteil...


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In den Passagen wo der Wanderweg ein Stück landeinwärts durch die Steilwände des Barranco de los Hombres verläuft, fällt wieder einmal auf, wie tief die Lorbeerwälder in manchen Schluchten des Nordens zum Meer herunter reichen. Im hier sichtbaren, östlichen Schluchtgrund reicht der Lorbeerwald gar bis auf 150 m hinab. Der Wanderweg streift dieses Waldgebiet aber nicht und wendet sich schon vorher wieder der Küste zu. Wer allerdings die atemberaubende Straße hinunterfährt, staunt nicht schlecht als plötzlich wieder – nach dem man längere Zeit durch üppigste Sukkulentenwälder hinab gefahren ist - dichter Lorbeerwald auftaucht. Zumindest uns ging es so beim ersten mal....Ein echtes kleines botanisches Aha-Erlebnis.

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Danach führt der Camino mit herrlichen Ausblicken über die Schluchtenwildnis, die Steilküste und den Atlantik, der sich hier oft wild gebärdet, in Richtung Meer.


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Der Weiler La Fajana, die wohl zugleich abgeschiedenste, aber auch schönst gelegene Küstensiedlung La Palmas rückt näher. Lage, Anblick und Namensgebung des Weilers erinnern stark an die berühmten Fajãs der Azoren - der Steilküste vorgelagerte Landzungen, die oft durch gewaltige Erdrutsche entstanden sind. Außerdem mag die Namensgebung ein weiteres Indiz für das reichhaltige kulturelle portugiesische Erbe des Nordwesten La Palmas sein, vor allem das Municipio von Garafia wurde in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens auch stark von portugiesischen Einwanderern geprägt.


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Nun erreicht man den Grund des Barranco de los Hombres, der von herrlich blühendem Trockenbusch überzogen ist und der Wanderweg wendet sich endgültig dem Meer zu.


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Dann trifft der Camino auf eine Piste, die von der Mündung der Schlucht herauf kommt - und nun heißt es aufpassen! Der GR 130 zweigt hier ausgeschildert rechts ab und wendet sich ansteigend der östlichen Barrancoflanke zu. Diesen Weg nimmt man nicht! Man folgt stattdessen der Piste Richtung Atlantik. Bei unserer Begehung dieser Strecke waren wir so im Wanderrausch, dass wir einfach der Ausschilderung gefolgt sind...Man kommt so auf ein extrem steiles, unangenehm gerölliges, schwer zu gehendes Pfadstück, dass zur Straße ansteigt und einen Umweg und zusätzliche Höhenmeter bedeutet. Von der Straße kann man natürlich auch wieder nach La Fajana runterwandern, aber halt inklusive des Umwegs.

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Folgt man hingegen der Piste, wird man leicht absteigend Richtung Meer geführt, folgt dem Rechtsschwenk der Piste, und wandert danach gemütlich etwas oberhalb der Küste mit tollen Meeresblicken nach La Fajana. Erst zum Schluß mündet die Piste in die Straße ein und kurz darauf erreicht man nach etwa drei Stunden reiner Wanderzeit den traumhaft gelegenen Küstenweiler La Fajana.


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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von sido » Do 1. Feb 2018, 19:40

Lee hat geschrieben:
Do 1. Feb 2018, 00:23

... Der GR 130 zweigt hier ausgeschildert rechts ab und wendet sich ansteigend der östlichen Barrancoflanke zu. Diesen Weg nimmt man nicht!* ...
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* Sehr richtig! An der steilsten Stelle dieses gerölligen Pfades bin ich zurückgerutscht - was mir im Aufstieg fast nie passiert - und musste anschließend einige Hautabschürfungen im Kniebereich verarzten. Nichts Schlimmes, aber sehr unangenehm und aufhaltsam.

Auf dem Foto wird die ganze Tücke dieses Abkürzungspfads kaum deutlich.

Die Beschreibung des Weges im Rother-Wanderführer (Nr. 22 in der 15. Aufl., 2015) ist hier übrigens mit der von Lee vorgesclagenen Strecke identisch. Eine "Abkürzungsmöglichkeit auf steilem Pfad" ist nur in Klammern gesetzt erwähnt - wohl nach dem Motto "Wer's mag!"
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Do 1. Feb 2018, 22:06

sido hat geschrieben:
Do 1. Feb 2018, 19:40
* Sehr richtig! An der steilsten Stelle dieses gerölligen Pfades bin ich zurückgerutscht - was mir im Aufstieg fast nie passiert - und musste anschließend einige Hautabschürfungen im Kniebereich verarzten. Nichts Schlimmes, aber sehr unangenehm und aufhaltsam.
Wir sind dort auch richtig zurückgerutscht! Dieses Wegstück ist wirklich nicht ohne...und wenn man bedenkt, dass dieses Teilstück des GR 130 von ahnungslosen Wanderern ja auch andersrum begangen wird....also auch im Absteig...echt gefährlich!
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